Österreichisches Freilichtmuseum

Bundwerkstadel, Tarsdorf im Innviertel (Oberösterreich) 

Nummer: 56
Errichtet: 1812
Übertragungsjahr: 1974

Bundwerkstadl-OOeDer Bundwerkstadel war einst der Scheunentrakt eines Innviertler Vierseithofes, bei dem im Unterschied zum Vierkanthof die vier Trakte des Gehöftes um einen Innenhof geordnet, jedoch nicht zusammengebaut sind. Unser Stadel ist ein beachtenswertes Beispiel für einen Skelettbau der Volksarchitektur der Vergangenheit, wobei senkrechte und waagrechte Kanthölzer das Skelett des Bauwerkes bilden. Die Kanthölzer werden durch zahlreiche Verstrebungen in der Form von "Andreaskreuzen" versteift und somit statisch gesichert. Der Abschluss des Raumes nach außen wird durch eine Bretterschalung erreicht. Das flachgeneigte Pfettendach ist mit Legschindeln gedeckt. Der Tarsdorfer Bundwerkstadel ist ein gutes Beispiel von sichtbar gewordenem Einklang aus Konstruktion und Form, bei dem die ornamentale Gestaltung des Baugerüstes aus der funktionsbedingten Struktur ableitbar ist.