Frontpage Slideshow (version 2.0.0) - Copyright © 2006-2008 by JoomlaWorks

Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Rauchstubenhaus Sallegger Moar (29)

E-mail Print
There are no translations available.

Sallegg bei Birkfeld (Nordoststeirische Baugruppe)

Errichtet: 1775
Übertragungsjahr: 1963

Die Geschichte des „Sallegger“ Hofes reicht bis in das Jahr 1409 zurück und konnte lückenlos erforscht werden. Im Jahr 1775 erhielt das Wohnhaus seine heutige Form.

Das eingeschossige Gebäude ist im Wohnbereich in überkämmtem und verzinktem Blockbau errichtet. Der Wirtschaftsteil des Hauses mit Keller und Stall ist aus Bruchsteinen gemauert. Den Hauptraum des Hauses bildet die völlig urtümlich erhaltene Rauchstube, die der bäuerlichen Großfamilie als Koch-, Eß- und Wohnraum diente. Bett und Wiege erinnern daran, dass hier auch die Kleinkinder und Kranken betreut wurden. In der Steige unter der Sitzbank fanden auch die Hühner ihr Nachtquartier.

 

 

Sallegger Moar, Außenansicht
Sallegger Moar, Außenansicht

 

 

Die typische Doppelfeuerstätte besteht aus dem offenen Herd und dem damit verbundenen Ofen, der zum Kochen und Backen diente und überdies im Winter die erwünschte Wärme spendete.
Ein baldachinartiger Feuer- oder Funkenhut überdacht den offenen Herd und nimmt Funken und Rauch des Herd- und Ofenfeuers auf. Da der Rauch durch den Funkenhut wegen Feuergefahr nicht abziehen darf, quillt er unter dessen Ränder in die Rauchstube, erfüllt hier etwa das obere Viertel des Raumes, zieht durch eine über der Stubentür liegende Rauchluke in den hölzernen Rauchschlot und gelangt so ins Freie. In dem Kachlstübl neben der Rauchstube schliefen die Eltern; bisweilen diente es auch als Austragsstübl für die weichenden Alten. Über diesem Stübl ist ein Vorratsraum eingebaut, der von außen über eine Stiege erreichbar ist. Schlafräume gab es noch unter Dach.

Stube mit Arbeitsgeräten
Rauchstube mit offenem Feuer

 

 

Das Scherenjochdach ist mit Stroh gedeckt und an allen vier Giebeln abgewalmt.

Der Moarhof war bis zum Jahre 1950 von einer Holzarbeiterfamilie bewohnt und gehörte wirtschaftlich seit 1889 zum benachbarten Anwesen Wolfersberger“.


[Vgl. V.H. Pöttler, Der „Sallegger Moar“. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark LVII (1967) S. 57 - 69.]

Stube mit Arbeitsgeräten
Stube mit Arbeitsgeräten