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Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Rauchstubenhaus Laarer (43)

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St. Nikolai im Sölktal (Ennstaler Baugruppe)

Errichtet: 16. Jahrhundert
Übertragungsjahr: 1964

Das „Laarergut“ aus St. Nikolai i. Sölktal, einem Seitental des steirischen Ennstales, wird urkundlich erstmals im Jahre 1576 mit einem Besitzer Leonhard Lärer genannt. Der Anlage nach ist das als Erbhof vermerkte Gehöft ein Paarhof, der klassische Hoftypus der hochmittelalterlichen Rodungssiedlung, bei dem Wohnhaus und Stall ein Paar bilden und für die Bereiche Wohnen und Wirtschaften zuständig sind. Verschiedene Funktionen werden auch beim Paarhof durch zusätzliche Bauten wie Getreidekasten, Brunnen, Backofen u.a. erfüllt.

Rauchstubenhaus

Rauchstubenhaus "Laarer "

Das zweigeschossige Wohnhaus des „Laarer-Hofes“ ist ein Rauchstubenhaus, das in überkämmtem Blockbau errichtet wurde und durch einen von Traufe zu Traufe durchgängigen Hausgang erschlossen wird. Der Hauptraum des Hauses ist eine großräumige Rauchstube mit allen Kriterien dieser hochmittelalterlichen Wohnform. Wie bei den meisten Rauchstubenhäusern gibt es auch beim „Laarer“ die geteilte Stubentür, deren obere Hälfte geöffnet werden kann, um für einen besseren Rauchabzug zu sorgen, ohne die am Herd stehende Bäuerin der vollen Zugluft auszusetzen. Diese geteilte Tür ist uns aus dem Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ bekannt. Der Feuerhut der Doppelfeuerstätte ist hier, wie beim Murtaler Gehöft, gemauert und als „Kogl“ ausgebildet.

Kachlstube mit

Kachlstube mit Trendel
In der Rauchstube gegenüber liegt eine Kachelstube, die hier schon im 18. Jahrhundert eingerichtet wurde und den Hausbewohnern rauchfreie Wärme bot. Im Obergeschoß befinden sich Schlafräume.In der oberen Kachelstube trägt der Trambaum die Jahreszahl 1721 und die Initialen M.E., die auf den Besitzer Matthias Engelhardt hinweisen, der den „Laarerhof“ ausbaute. Diese Tramrose wurde zum Emblem des Österreichischen Freilichtmuseums. Das an den Giebeln abgewalmte Schersparrendach ist ortsüblich durch einen Schneestuhl verstärkt und mit Scharschindeln gedeckt.

[ Vgl. V.H. Pöttler, Das Rauchstubenhaus „Laarer“ im Österreichischen Freilichtmuseum. (=Schriften und Führer Nr. 8), Stübing 1981.]