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Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Weingartenhaus aus Tieschen (28)

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Tieschen bei Bad Radkersburg (Steiermark)

Errichtet: Vermutlich 16. Jahrhundert
Übertragungsjahr: 1964

  

Das urkundlich erstmals 1564 erwähnte Bauwerk hat seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt. Das Haus ist aus grob behauenen Eichenhölzern in überkämmtem Blockbau und in einer Bohlenständerbauweise errichtet. Das lang gestreckte, archaisch wirkende Gebäude vereint in der Firstrichtung Stube, Pressraum und Kellerräume. Es ist ein klassisches Beispiel für die addierende oder additive Holzbauweise, die mehrere eigenständige Raumelemente durch ein gemeinsames Dach zu einem Bauwerk vereinigt. Da mit den Eichenhölzern kein eng verfugter Blockbau erreicht werden konnte, wurden bei der Stube die Zwischenräume von Zimmerungskranz zu Zimmerungskranz mit einem Lehm-Häckselgemisch abgedichtet. Das Scherenjochdach, ortsüblich „Rafendach“ genannt, ist in seiner Altform erhalten geblieben und mit Stroh gedeckt.

Das Tieschener Weingartenhaus hat die Kuruzzeneinfälle des Jahres 1706 überstanden und diente seinen Besitzern bis zum Jahre 1964 zum Keltern und Lagern des Weines.

Offener Herd des Weingartenhauses
Offener Herd des Weingartenhauses