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Rauchstubenhaus Laarer, St. Nikolai im Sölktal (Steiermark)

Nummer: 43
Errichtet: 1698
Übertragungsjahr: 1964

Das „Laarergut“ aus St. Nikolai i. Sölktal wird urkundlich erstmals im Jahre 1576 mit dem Besitzer Leonhard Lärer genannt. Bei diesem Paarhof, der klassische Hoftypus der hochmittelalterlichen Rodungssiedlung, bilden Wohnhaus und Stall ein Paar. Verschiedene Funktionen werden auch beim Paarhof durch zusätzliche Bauten wie Getreidekasten, Brunnen, Backofen u.a. erfüllt.

Das zweigeschossige Wohnhaus des „Laarer-Hofes“ ist ein Rauchstubenhaus, das in überkämmtem Blockbau errichtet wurde und durch einen von Traufe zu Traufe durchgängigen Hausgang erschlossen wird. Der Hauptraum des Hauses ist eine großräumige Rauchstube mit allen Kriterien dieser hochmittelalterlichen Wohnform.

Wie bei den meisten Rauchstubenhäusern gibt es auch beim „Laarer“ die geteilte Stubentür, deren obere Hälfte geöffnet werden kann, um für einen besseren Rauchabzug zu sorgen, ohne die am Herd stehende Bäuerin der Zugluft auszusetzen. Diese geteilte Tür ist uns aus dem Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein"“ bekannt. Der Feuerhut der Doppelfeuerstätte ist gemauert und als „Kogl“ ausgebildet. Der Rauchstube gegenüber liegt eine Kachelstube, die schon im 18. Jahrhundert eingerichtet wurde und den Hausbewohnern rauchfreie Wärme bot. Im Obergeschoß befinden sich Schlafräume. In der oberen Kachelstube trägt der Trambaum die Jahreszahl 1721 und die Initialen M.E., die auf den Besitzer Matthias Engelhardt hinweisen, der den „Laarerhof“ ausbaute. Diese Tramrose wurde zum Emblem des Österreichischen Freilichtmuseums.