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Alphütte, Mittelargenalpe (Vorarlberg)

Nummer: 80
Errichtet: 1709
Übertragen: 1977

Die mit 1641 datierte Alpwirtschaft lag in rund 1700 m Seehöhe über Au bei Damüls und vermittelt noch einen hochmittelalterlichen Baucharakter. Bis zum Ende des Alpsommers 1977 wurde die Hütte als Kuhalpe von ca. 80 Weidebesitzern aus Schwarzenberg als Gemeinschaftsalpe benutzt. Auf der Mittelargenalpe wurde schon im 17. Jahrhundert mit der Fettkäserei begonnen.
Wie auf vielen Alpen des Bregenzerwaldes wurde auf Mittelargen der wohlschmeckende „Bergkäse“ erzeugt. In den Jahren um 1970 wurden auf der Mittelargenalpe in einer Alpzeit von ca. 100 Tagen ca. 200 Käselaibe produziert. Die 20 m x 30 m große eingeschossige Alphütte ist in einer sehr Blockbauweise in einfachem „Kopfstrick“ gezimmert und an den Außenwänden mit einem aus rd. 25.000 Schindeln bestehenden Schindelmantel gegen die Witterung geschützt. Die 14 Pfetten des Ansbalkendaches werden von sechs starken, gezimmerten Blockgiebeln getragen, so dass die Dachkonstruktion im Winter auch sehr hohen Schneelasten standhalten kann. Die ca. 540m² große Dachfläche wurde mit rund 50.000 Scharschindeln in fünffacher Überdeckung gedeckt.
An den beiden Außenseiten der Alphütte liegen die Stallungen für je 40 Kühe. Das Zentrum des Gebäudes bildet die Sennerei, wo in einem 820 l fassenden Kessel während der Alpzeit täglich ca. 750 l Milch zu Käse verarbeitet wurden. Die um 4 Uhr früh beginnende Arbeit wurde auf Mittelargen einst von einem Senner und drei bis vier Mitarbeitern geleistet. Dabei mussten ca. 60 Kühe täglich zweimal händisch gemolken werden.
Im Raum unter Dach befindet sich eine einfache Schlafstelle für die „Älpler“. Dort wird auch das „Wetterheu“ als Futterreserve für Schlechtwettertage gelagert. In einem unter Dach eingezimmerten „Kasten“, der ein eigenes Dach besitzt, konnten Vorräte verwahrt werden. Nach der Übernahme der Hütte von Mittelargen ins Freilichtmuseum wurde bereits im Jahre 1978 eine neue Alpwirtschaft errichtet.