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Waldviertlerhof, Rammelhof bei Arbesbach (Niederösterreich)

Nummer: 57
Errichtet: 1827
Übertragungsjahr: 1971

 

Der „Brachhuber“ (so lautete der Hausname des Gehöftes)  mit den Ausmaßen 20 m x 20 m zeigt sehr anschaulich die Verwendung der im Waldviertel landschaftlich vorgegebenen Baustoffe Holz und Granitstein. Das aus dem 17. Jhdt. stammende eingeschossige Gebäude ist ein Dreikanthof, dessen Wohn- und Stalltrakt einander parallel gegenüberstehen. Im Stalltrakt waren Rinder-, Schweine-, Schaf- und Hühnerstall untergebracht. Der dritte Trakt mit einer durchgängigen Scheune schließt die um einen Innenhof gruppierte Hofanlage nach hinten ab, während die Vorderseite des Hofes durch eine Tormauer mit einem Einfahrtstor begrenzt wird.
Die Dachkonstruktion, die in der Tenne gut sichtbar ist, entspricht dem Typus eines Scherenjochdach, bei dem Pfette und Sparren zu dem für weite Teile der österreichischen Donauländer typischen „Sperrhaxendach“ vereint sind. Anlässlich der Erneuerung der Dachdeckung wurde das ehemalige Strohdach durch ein Nutschindeln ersetzt. Die aus Lärchenholz geklobenen Nutschindeln sind so beschaffen, dass die hintere Kante der ca. 60 cm langen Schindel eine Nut aufweist, in die beim Dachdecken die verjüngte Vorderkante der in der Dachfläche folgenden Schindel eingefügt wird. Der "Brachhuber"-Hof ein aussagekräftiges Beispiel für einen einschichtigen Waldviertlerhof, der seinen Bewohnern in den langen und strengen Wintern einst ein geschütztes Zuhause bot.