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"Hanslerhof", Alpbach (Tirol)

Nummer: 66
Errichtet: 1482
Übertragungsjahr: 1966

Der "Hanslerhof" ist ein Einhof, bei dem Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude in der Firstrichtung hintereinander gereiht stehen. Der Einhof ist ein sehr gutes Beispiel für einen Hoftypus, der im Gebiet zwischen Tirol und Steiermark in verschiedenen Arten zu finden ist, uns aber auch in weiten Teilen Bayerns begegnet.
Der "Hansler" ist ein so genanntes "Berghaus", bei dem der Hauseingang aufgrund der Geländelage traufseitig liegt, während dieser Haustypus üblicherweise giebelseitig erschlossen ist. Der Stall ist vom Hausgang aus erreichbar. So mussten die Bewohner im Winter nicht bei jedem Wetter ins Freie, und überdies wärmte der angebaute Stall das Wohnhaus. Die Scheune erreicht man vom Hausgang des Obergeschosses. Der Wirtschaftsteil ist auch von außen zugänglich.

Das mit Legschindeln gedeckte Dach trägt einen einfachen Glockenstuhl, in dem die "Essglocke" hängt. Das Breitgiebelhaus verfügt an der Giebelseite im Erdgeschoß über drei Räume. Neben der getäfelten Kachelstube liegen die Rauchküche sowie eine kleine getäfelte Kammer und zwei Vorratsräume. Die Schlafräume befinden sich im Obergeschoß.  Der Stall des "Hanslerhofes" ist gemauert, Wohnhaus und Scheune sind in überkämmtem Blockbau gezimmert. Mitglieder der Besitzerfamilie Pletzacher waren im 17. und 18. Jahrhundert als Bauern und Tischler maßgeblich an der Entwicklung der Alpbacher Bauernmöbel beteiligt. Der gute Ruf der "Hanslerleute" als Erzeuger der heute sehr begehrten Alpbacher Möbel reichte bis ins frühe 19. Jahrhundert.